Wie viele Prozessdaten wirklich nötig sind – eine praktische 4×5-Faustregel im Process Mining 

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Wie viele Daten braucht man eigentlich für Process Mining?

Eine Frage, die mir in Projekten immer wieder gestellt wird: Wie gross sollte der Datenausschnitt für eine Process-Mining-Analyse sein?

Anders als bei vielen klassischen Data-Mining- oder Statistikmethoden gibt es hier keine feste Mindestmenge an Daten. Selbst mit wenigen Fällen lassen sich bereits Prozesspfade visualisieren. Die entscheidende Frage ist daher nicht primär wie viel, sondern wie repräsentativ die Daten für den betrachteten Prozess sind.

Die benötigte Datenmenge hängt meiner Erfahrung nach stark davon ab, welche Fragestellung man beantworten möchte:

🔎 Typisches Prozessverhalten verstehen
Hier reicht oft ein begrenzter Zeitraum. Ab einem gewissen Punkt liefern zusätzliche Daten kaum neue Erkenntnisse.

⚠️ Ausnahmen oder Compliance-Themen identifizieren
Dann lohnt sich meist ein deutlich grösserer Zeitraum – häufig sogar ein kompletter Audit-Zeitraum –, um auch seltene oder problematische Fälle zu erfassen.

Eine hilfreiche Faustformel für den Start stammt aus dem Process Mining Book von Fluxicon: Data Requirements

Zeitraum = erwartete Durchlaufzeit × 4 × 5

Die Idee dahinter:
• × 4 stellt sicher, dass mehrere aufeinanderfolgende Prozessdurchläufe vollständig sichtbar sind.
• × 5 berücksichtigt seltene, langlaufende Fälle (Stichwort 20/80-Regel).

📌 Beispiel:
Beträgt die typische Durchlaufzeit eines Prozesses 5 Tage, ergibt sich:
5 Tage × 4 × 5 = 100 Tage → also etwa 3 Monate an Daten.

Natürlich ist diese Formel nur ein Startpunkt. Je besser man den Prozess kennt, desto präziser lässt sich der optimale Datenzeitraum bestimmen.

Die Prozesslabor GmbH unterstützt Sie gerne dabei, die passende Datengrundlage für Ihre Process-Mining-Analysen zu bestimmen – und so fundierte Einblicke in Ihre Prozesse zu gewinnen und datenbasierte Verbesserungen gezielt voranzutreiben.

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